Kontakt
Startseite > Aktuelles > Deutschland-Pokal 2026 | Jungen 15 in Kriftel

Deutschland-Pokal 2026 | Jungen 15 in Kriftel

Ein Tag vor dem Wettkampf

Am Freitagmorgen, den 10. April, starteten Hugo Rusch, Casper Gaußepohl, Kay Wendt und Charlie Nußbaum in Begleitung von Christian Kahle mit dem ICE Richtung Frankfurt und von dort weiter nach Kriftel (Hofheim am Taunus).

Die Fahrt verlief reibungslos, und die Ankunft war pünktlich. Den rund 2 km langen Spaziergang bei frühlingshaftem Wetter vom Bahnhof zum Hotel haben wir schließlich genutzt, um über den Teamwettbewerb, unseren Teamgeist und die Rolle jedes Einzelnen innerhalb der Mannschaft zu sprechen. Das Hotel lag im idyllischen und naturnahen Norden von Kriftel am Schwarzbach und dem angrenzenden Wildpark. Am Freitagnachmittag konnten wir uns in einer ausgiebigen Trainingssession mit der Halle und den Bedingungen vertraut machen. Die Wettkampfbälle hatten wir bereits im Oster-Lehrgang integriert, um damit ausreichend Spielpraxis zu sammeln. Ein kleiner Schock waren die auftretenden muskulären Verspannungen bei Hugo, die wir mit Dehnung und Kinesio-Tape am Morgen des ersten Turniertages etwas im Zaum halten konnten. Der Gang zum abendlichen Italiener rundete den Tag schließlich ab.

Turniertag I

Am Samstagmorgen ging es ausgeschlafen bereits um 7:00 Uhr mit dem Abholservice des Turnierveranstalters in die Sporthalle. Alle vier machten wie bereits am Einspieltag einen guten Eindruck am Tisch. Da wir in der „letzten“ Gruppe B2 starteten, die zudem die einzige 3er-Gruppe war, mussten wir uns gleich zu Beginn mit einer Spielpause arrangieren. Diese nutzten wir, um uns von der Tagesform unserer gegnerischen Teams zu überzeugen und gezieltere Taktiken vorzubereiten.

Berlin gegen Thüringen

Es kam für Hugo direkt im ersten Einzel zum Duell mit Oliver Jakobi, den Hugo unter anderem vom Top 48-Bundesranglistenturnier in Erinnerung hatte. Im Vergleich zum damaligen Fünfsatzerfolg konnte er sich dieses Mal glatt in drei Sätzen (11:9, 11:6, 11:9) durchsetzen. Nachdem auch Casper gegen Lion Cooper Schlagenhoff in fünf hart umkämpften Sätzen gewann, feierte anschließend Kay seine Premiere beim Deutschland-Pokal. Gleich den ersten Satz gewann er in der Verlängerung (14:12). Leider ging der 2. Satz (11:13) knapp an Ville Kurze, der in der Folge mehr und mehr an Sicherheit gewann und schließlich auch das Spiel mit 3:1 für sich entschied.

Casper und Hugo ließen sowohl im Doppel als auch Hugo im anschließenden Einzel nichts anbrennen. Sie verbuchten jeweils zwei deutliche 3:0 Erfolge, womit wir gleich im ersten Spiel mit 4:1 als Sieger aus der Box gingen. Super Start!

Saarland gegen Berlin

Direkt im Anschluss ging es gegen Saarland, dessen Team mit Lukas Wang einen Deutschen Meister (2025, Jugend 15) in seinen Reihen hatte. Aus taktischen Gründen stellten wir Casper auf die Position drei, womit Charlie direkt gegen einen Hochkaräter sein Debüt feiern durfte. Obwohl Charlie am längsten auf seinen ersten Einsatz warten musste, konnte er sich nach einem schnellen ersten Satzverlust kontinuierlich steigern. Am Ende musste er sich zwar mit 0:3 geschlagen geben, aber die erste nationale Erfahrung in diesem Wettbewerb und das gleich gegen Lukas Wang bleibt sicher für immer in Erinnerung.

Casper musste anschließend auch in seinem zweiten Einzel des Tages über die volle Distanz gehen. In einem äußerst spannenden Match hieß der Sieger am Ende Robin Becker aus dem Saarland. Im darauffolgenden Doppel konnten Hugo und Casper den knappen ersten Satz (10:12) nicht für sich entscheiden. Zwar kamen beide im dritten Satz (11:5) gegen Wang und Becker nochmal etwas heran, jedoch blieben die Saarländer in der Folge etwas stabiler und mit 3:1 die Sieger.

Mit dem Rücken zur Wand und dem 1:3 Zwischenstand spielte Hugo gegen Lukas Wang in einem umkämpften ersten Satz mit 11:9 groß auf. Ein Satzgewinn, der gegen die Topspieler mental wichtig ist, um in dem Folgesatz etwas Druck auszuüben, was sich auch im 2. Satz bemerkbar macht. Hugo gewann bis zum Stand von 7:7 vor allem viele Rückhand-Topspin-Duelle, verlor jedoch den Satz schließlich mit 11:8. Lukas Wang zeigte in den Sätzen drei und vier seine ganze Klasse. Er konnte sein Niveau zudem kontinuierlich halten und blieb auch nach außen hin mental stark. Am Ende musste sich Hugo zwar mit 1:3 geschlagen geben, konnte sich jedoch seiner Stärken noch bewusster werden und wichtige Erkenntnisse für die kommenden Trainings gewinnen.

Da Thüringen das erste Spiel gegen Saarland mit 4:3 denkbar knapp gewonnen hatte, standen alle Teams 2:2 nach Punkten. Mit einem Spielverhältnis von 5:5 landeten wir schließlich auf dem 2. Platz hinter Saarland.

Die Zwischenrunde gegen den WTTV

Als Gruppenzweiter von B2 trafen wir nach einer kurzen Mittagspause schließlich auf den Gruppendritten von A2. Daniel Gerhards (Verbandstrainer des WTTV) signalisierte mir, dass es vielleicht auch ein „einfacheres“ Los als Berlin hätte geben können. Diesen Worten wurde das Spiel um die Endrunde (Platz 1-8) auch vollumfänglich gerecht.

Gleich im ersten Spiel wurde es spannend. Dort befand sich Hugo gegen den Linkshänder Darian Cornelius nach zwei klaren Satzgewinnen zunächst auf der Siegerstraße, bevor es nach einer Vielzahl umkämpfter, langer Ballwechsel schließlich in den Entscheidungssatz ging. In der Endphase des Satzes, bereits mit 5:9 im Rückstand, behielt Hugo ein ruhiges Händchen und konnte den engen Satz (13:11) noch drehen. Im Parallelspiel forderte Kay den Drittplatzierten des Top 24 Jugend 15 Bundesranglistenturniers, Sebastian Lenz, heraus. Ähnlich wie das Match von Charlie gegen Lukas Wang in der Gruppenphase, sammelte Kay wichtige Erfahrungen gegen einen Topjugendspieler Deutschlands. Zwar verlor Kay das Spiel mit 0:3, konnte aber von Satz zu Satz immer besser adaptieren und den ein oder anderen sehenswerten Gewinnpunkt erzielen.

Casper startete aus taktischen Gründen erneut auf Position drei, wo er auf Avelino Zhang traf. Nach einem schnellen 0:2 Satzrückstand kam Casper mit 11:4 nochmals heran, konnte aber den Spielverlust in vier Sätzen nicht mehr verhindern.

Im anschließenden Doppel konnten sich Casper und Hugo nach dem Satzrückstand insbesondere im mentalen Bereich deutlich steigern, sodass sie den Punkt im Doppel mit 3:1 nach Berlin holten.

Mit einem Zwischenstand von 2:2 startete der Rollercoaster erst so richtig. Hugo spielte im ersten Satz gegen Sebastian Lenz dominant und gewann viele Topspin-Duelle, die ihm den Satzerfolg brachten. Darauf folgte ein perfekter Satz von Sebastian, der diesem noch ein weiterer Satzgewinn folgen ließ. Auch im vierten Satz befand sich Sebastian schon auf der Siegerstraße, ehe die taktischen Mittel immer besser griffen und Hugo sich auch mental in einen richtigen Flow spielte. Nachdem es für Hugo bei den Top 24 in fünf Sätzen nicht gereicht hatte, knackte er Sebastian Lenz schließlich mit 3:2 (11:5, 0:11, 7:11, 11:6, 11:6). Das Parallelspiel zwischen Casper und Daniel Cornelius stand dem in nichts nach. Auch hier konnte sich Casper nach zweimaligem Satzrückstand zurückkämpfen, musste sich jedoch im Entscheidungssatz knapp geschlagen geben. Kay spielte nun gegen Avelino Zhang, der gegen Berlin einen sehr stabilen Eindruck machte und den WTTV schließlich zum Sieg und dem knappen 4:3 Endstand führte.

Die Jungs haben gegen ein ausgeglichen besetztes Team aus dem WTTV, der am Ende des Turniers noch auf den 3. Platz kletterte, alles reingehauen, und auch wenn sie traurig darüber waren, dass es so knapp nicht gereicht hat, war das Beste daran, dass es direkt weiterging. Enttäuscht über den Ausgang der Partie, jedoch nicht über die Leistung, tankten wir noch mehr Selbstbewusstsein für die Hauptrunde (Platz 9 – 15). Und obwohl Hugo im letzten Abendspiel des Tages angeschlagen passen musste und allen dieser Krimi gegen den WTTV noch in den Knochen steckte, wurde ich von dem Team noch weiter beeindruckt.

Schleswig-Holstein gegen Berlin

Was wir uns auf dem Spaziergang am Freitag Richtung Hotel vorgenommen hatten, manifestierte sich immer mehr. Sie feuerten und coachten sich noch intensiver, bis zum letzten Ballwechsel, gegenseitig an. Sowohl Charlie (gegen Rafael Schmidt) als auch Kay (gegen Hannes Schubert) gewannen ihre Spiele sensationell in fünf Sätzen. Mit ihrer Frische stellten wir die Links-Rechts-Kombination auch gleich direkt im Doppel auf, und das mit Erfolg. Kay und Charlie ließen bei ihrem klaren 3:0 Erfolg nichts anbrennen. Mit einem glatten 4:0 ging es schließlich in den Feierabend. Einfach stark!

Ich war zu diesem Zeitpunkt bereits superstolz auf das Team, da ich am ersten Turniertag beobachten konnte, wie sie neue Energie aus ihren Fähigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich geschöpft und synergetisch genutzt haben. Hier trifft ihre Liebe zum Tischtennis auf ihre sich  ergänzenden Persönlichkeiten. Ein super Team!

Naja, was soll ich sagen. Das war die leckerste, späte Pizza bei kurzzeitig, leichtem Nieselregen, die wir nach einem Spaziergang ins Hotel wohl hätten genießen können. : )

Turniertag II

Am Sonntagmorgen ging es pünktlich um 7:20 Uhr mit dem Abholservice des Turnierveranstalters Richtung Sporthalle.

Wir hatten uns taktisch eine kleine Umstellung überlegt, die dazu führte, dass wir mit Hugo, Charlie und Casper in den Einzeln sowie mit Kay und Hugo im Doppel antraten.

Sachsen-Anhalt gegen Berlin

Was Lukas Wang für Saarland ist, war Tim Toetz bei diesem Turnier wahrscheinlich für Sachsen-Anhalt, nämlich ein Punktegarant.

Bis hierhin hatte er noch keinen Satz abgegeben und das blieb auch erstmal so. Charlie gab alles und auch wenn seine Körpersprache am Tisch stets positiv blieb, musste er Tim Toetz letztlich zum Sieg gratulieren. Hugo gelang parallel ein 3:0 Erfolg gegen Jonas Köhler. Auch Casper gewann gegen Manuel Sättler mit effektiven Aufschlägen und einer aggressiveren Spielweise schließlich mit 3:1, womit wir mit einer Führung ins Doppel gingen. Dieses stand im Zeichen der vermeintlich „einfachen“ Fehler. Von diesen machte Sachsen-Anhalt ein Ticken weniger als wir, sodass sie mit einem 3:1 Sieg wieder ausglichen.

Mit einem 2:2 Spielstand ging es schließlich in die letzten Einzel dieser Partie, wobei Hugo auf Tim Toetz traf. Auch hier ließ Tim zu Beginn keinen Satzverlust zu, auch wenn der erste Satz mit 20:18 nicht nur hin und her, sondern auch denkbar knapp an Sachsen-Anhalt ging. Nach einem 0:2 Satzrückstand startete Hugo in einem durch lange Rallyes geprägten Spiel ein sehenswertes Comeback. Hugo konnte sich nochmals etwas steigern und dieses Level von Satz zu Satz transportieren und das Spiel schließlich doch noch mit 3:2 (18:20, 3:11, 11:6, 11:6, 11:2) gewinnen. Charlie kämpfte im Parallelspiel mit lautstarken Anfeuerungsrufen um den 4:2 Teamerfolg. Diese Präsenz am Tisch verhalf ihm am Ende in einem überwiegend spielbestimmenden Spiel zu einem 3:1 Erfolg. Endstand: 4:2. Nice!!!

Berlin gegen Thüringen

Im Spiel um Platz 9 kam es zur Revanche aus der Gruppenphase, welches wir am Samstag noch mit 4:1 gewinnen konnten.

Dieses Mal tauschte Thüringen die Positionen eins und zwei, womit Casper zuerst gegen Oliver Jacobi antreten musste. In einem engen Satz (10:12) folgte zwar in der Folge der Satzausgleich (11:7) von Casper, der aber um die passive Stärke des Thüringers wusste. Nachdem Casper mit 1:3 und Kay in einem engen Fünfsatzkrimi verloren, konnten Hugo und Casper im Doppel (3:1) wieder ausgleichen. Hugo ließ Oliver Jacobi in deren zweiten Begegnung an diesem Wochenende gar keine Chance (3:0), während Kay am Nebentisch seinen zweiten Fünfsatzkrimi in dieser Partie spielte. Kay war nicht nur durch seine Penholder-Spielweise einzigartig bei diesem Turnier, sondern sorgte vor allem durch sein präzises und breites Platzierungsspiel für ein hochspannendes und ausgeglichenes Match, welches er nur denkbar knapp gegen Lion Cooper Schlagenhoff nach mehreren abgewehrten als auch ungenutzten Matchbällen mit 2:3 (10:12, 13:11, 10:12, 11:8 verlor, 13:15) verlor. Casper holte am Ende gegen Oliver Niedling in drei umkämpften Sätzen mit 3:0 (12:10, 11:5, 12:10) den knappen 4:3-Sieg nach Berlin.

Am Ende hieß es Platz 9 bei 4 Siegen und 2 Niederlagen. Alle Jungs haben klasse gespielt, sich lautstark mit Anfeuerungsrufen und Tipps unterstützt, sich im Glauben an die eigene Stärke wieder zurückgekämpft, wichtige Erkenntnisse für die kommenden Trainingswochen gewonnen und sind schließlich am späten Abend mit einem Lächeln im Gesicht wieder in Berlin angekommen. : )

Vielen Dank an Micher von der Geschäftsstelle und allen Eltern, die mich in der Vorplanung auf dieses Turnier unterstützt haben.

Sportliche Grüße
Christian

Alle Spiele in der Übersicht:

Vorrunde (Gruppe B2)
Berlin – Thüringen (4:1)
Saarland – Berlin (4:1)

Zwischenrunde (Gruppe Z3)
Berlin – WTTV (3:4)

Endrunde (Platz 9 – 15)
Schleswig-Holstein – Berlin (0:4)
Sachsen-Anhalt – Berlin (2:4)
Berlin – Thüringen (4:3)

Alle Ergebnisse und weitere Informationen findet ihr unter:
https://www.tischtennis.de/mkttonline.html?mkttid=83ca76d0

Teile unseren Beitrag mit anderen
Wir helfen dir, den richtigen Verein in deiner Nähe zu finden.
Nutze unsere Onlinesuche für deine Recherche nach einem Tischtennisverein.