Vier Monate im Amt: Wo wir stehen und wohin wir wollen?
Liebe Mitglieder, liebe Engagierte, liebe Tischtennisbegeisterte, seit knapp vier Monaten darf ich als Präsident Verantwortung für den Berliner TischTennis Verband übernehmen. Diese Zeit habe ich bewusst genutzt, um zuzuhören, Menschen kennenzulernen und mir einen Überblick über unsere Strukturen, Finanzen und Herausforderungen zu verschaffen. Denn bevor ich über Veränderungen spreche, möchte ich verstehen, wo wir als Verband stehen. Nun möchte ich euch einen ersten Einblick geben: Was haben wir angestoßen, welche Herausforderungen liegen vor uns und wohin wollen wir gemeinsam? Dabei ist mir besonders wichtig, offen und transparent zu kommunizieren, Entwicklungen und Erfolge sichtbar zu machen, Entscheidungen nachvollziehbar zu gestalten und gemeinsam Lösungen für bestehende Herausforderungen zu finden.
Kurz zu mir
Mein Name ist Michel Martensen, ich werde bald 31 Jahre alt und lebe seit fast zehn Jahren in Berlin. Ursprünglich bin ich Physiotherapeut und habe unter anderem im Leistungssport gearbeitet. Heute bin ich überwiegend freiberuflich als Fachdozent, Berater und Moderator tätig, leite ein pädagogisches Projekt und führe ein Unternehmen für gesundheitsorientierte Unternehmensberatung. Zudem arbeite ich für Berufsgenossenschaften und gebe für den Landessportbund Berlin Schulungen zum Kinderschutz. Zum Tischtennis kam ich erst vor etwa fünf Jahren, über die Berliner OutdoorCommunity. Dort habe ich erlebt, wie unser Sport Menschen verbindet. Heute spiele ich beim ASV Berlin e. V. und engagiere mich seit zwei Jahren im Vorstand der TTG Mitte 2010 e. V. im Betriebssport. Den sportlichen Wettbewerb liebe ich genauso wie die Gemeinschaft und den Spaß am Spiel. Auf das Präsidentenamt bin ich eher zufällig aufmerksam geworden. Da mir das Ehrenamt und die Entwicklung von Vereinsstrukturen am Herzen liegen, habe ich mich entschieden, diese Verantwortung zu übernehmen. Für das Vertrauen des Verbandstages möchte ich mich herzlich bedanken.
Was wir bisher angestoßen haben
Ein Schwerpunkt meiner bisherigen Arbeit war es, die Zusammenarbeit innerhalb unseres Verbandes verbindlicher und übersichtlicher zu gestalten. In zahlreichen Gesprächen haben wir begonnen, Zuständigkeiten klarer zu definieren und feste Abstimmungswege zwischen Präsidium, Geschäftsstelle und Ausschüssen zu etablieren. Dazu gehören auch unsere monatlichen Präsidiumssitzungen. Denn nur wenn wir intern gut zusammenarbeiten, können wir unsere Vereine zuverlässig unterstützen.
Darüber hinaus konnten wir wichtige Entwicklungen anstoßen:
- Netzwerke: Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem Landessportbund
Berlin, dem DTTB und weiteren Institutionen. - Leistungssport und Inklusion: Fortschritte der Projektgruppe zur
Wiederanerkennung als inklusiver Landesstützpunkt, gemeinsam mit dem
Parasport. - Neue Kooperationen: Vorbereitung einer Zusammenarbeit mit einer
Physiotherapiepraxis, insbesondere für unseren Nachwuchs. - Engagement: Gewinnung von Jana Brix für die Öffentlichkeitsarbeit sowie
weiterer Engagierter für Kinderschutz und die Förderung des Frauen- und
Mädchentischtennis.
Viele dieser Projekte stehen noch am Anfang, sind aber wichtige Schritte für unsere Zukunft. Mein ausdrücklicher Dank gilt unserem Präsidium, den Mitarbeitenden, Ausschüssen und allen ehrenamtlich Engagierten in unseren Vereinen. Ohne euren Einsatz würde unser Verband nicht funktionieren.
Unsere größte Herausforderung: Die Finanzen
Neben diesen Entwicklungen beschäftigt mich besonders die finanzielle Situation unseres Verbandes. Die finanzielle Entwicklung der vergangenen Jahre und eine bislang unzureichende Übersicht über unsere Finanzen haben unseren Handlungsspielraum erheblich eingeschränkt. Hinzu kommt der Wegfall unseres bislang einzigen finanziellen Sponsors. Gemeinsam mit unserem Vizepräsidenten Finanzen arbeite ich intensiv daran, einen vollständigen Überblick zu schaffen, Ausgaben zu überprüfen und unsere Finanzen zu stabilisieren. Erste Einsparungen und Kürzungen waren bereits notwendig. Gleichzeitig bereiten wir ein breiteres Sponsoren- und Partnernetzwerk vor, um zusätzliche Einnahmen zu ermöglichen.
Diese Herausforderung können wir nur gemeinsam bewältigen. Deshalb planen wir noch in diesem Jahr einen außerordentlichen Verbandstag, auf dem wir gemeinsam mit unseren Vereinen über eine Anpassung der Mitgliedsbeiträge beraten und entscheiden möchten. Mir ist bewusst, dass dieses Thema für unsere Vereine nicht einfach ist. Umso wichtiger ist es, die finanzielle Lage, bereits ergriffene Maßnahmen und mögliche Lösungswege nachvollziehbar darzustellen. Unser Ziel ist es, den BTTV langfristig finanziell abzusichern und wieder Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen.
Die Vision: Gemeinsam die Zukunft gestalten
Ich wünsche mir einen BTTV, auf den sich seine Vereine verlassen können. Einen Verband, der finanziell stabil und professionell organisiert ist, klare Ansprechpersonen bietet und das Ehrenamt nicht durch unnötige Hürden belastet, sondern aktiv unterstützt. Leistungs- und Breitensport, Nachwuchsförderung, Bildung, Inklusion und Vielfalt gehören für mich ebenso dazu wie die gezielte Förderung des Frauen- und Mädchentischtennis. Vor allem möchte ich unser Wir-Gefühl stärken. Denn der BTTV ist mehr als sein Präsidium, seine Ausschüsse und seine Geschäftsstelle. Unser Verband, das sind wir alle: unsere Vereine und die Menschen, die unseren Sport jeden Tag mit Leben füllen. Deshalb möchte ich nicht nur darüber sprechen, was wir als Präsidium verändern wollen, sondern vor allem erfahren, was unsere Vereine brauchen. Jede Person kann etwas bewegen, mit Ideen, Engagement oder der Bereitschaft, gemeinsam anzupacken. Dieses Engagement und Miteinander wollen wir sichtbarer machen. Mit einer Öffentlichkeitsarbeit, die die Geschichten der Menschen erzählt, die unseren Verband mit Leben füllen. Wir wollen zeigen, wie vielfältig Engagement im Tischtennis sein kann und unsere Spieler:innen, Ehrenamtlichen, Trainer:innen und Aktiven in den
Vordergrund stellen.
100 Jahre BTTV: Ein Jubiläum, das verbindet
2027 feiert der Berliner Tisch-Tennis Verband sein 100-jähriges Bestehen. Dieses Jubiläum möchte ich nutzen, um unsere Geschichte zu würdigen und gleichzeitig die Gemeinschaft unseres Sports sichtbar zu machen. Aktuell planen wir ein größeres Tischtennisfest auf dem Gelände des Sportkomplexes Paul-Heyse-Straße. Mein Wunsch ist eine Veranstaltung, bei der Vereine, Mitglieder, Ehrenamtliche, Familien und Partner zusammenkommen und erleben, wie lebendig unser Verband ist. Schon jetzt freue ich mich über Vereine und Engagierte, die sich mit Ideen oder eigenen Angeboten beteiligen möchten.
Lasst uns im Austausch bleiben!
Die vergangenen Monate haben mir gezeigt, wie viel Engagement und Potenzial in unserem Verband steckt, aber auch, wie viel Arbeit noch vor uns liegt. Nicht jede Entscheidung wird einfach sein. Umso wichtiger ist es mir, dass wir unseren Weg transparent, verantwortungsvoll und gemeinsam gestalten. Mit diesem ersten Beitrag möchte ich den Grundstein für eine regelmäßige und offene Kommunikation aus dem Präsidentenamt legen. Ich möchte euch regelmäßig über aktuelle Entwicklungen informieren, Herausforderungen offen ansprechen und gemeinsame Erfolge sichtbar machen. Gleichzeitig ist mir der direkte Austausch mit
euch wichtig. Ob Fragen, Ideen, Anregungen oder konstruktive Kritik, meldet euch gerne jederzeit persönlich bei mir unter praesident[at]bettv.de. Ich freue mich auf eure Nachrichten und den gemeinsamen Austausch. Der BTTV ist unser gemeinsamer Verband. Und seine Zukunft können wir nur gemeinsam gestalten.
Vielen Dank für euer Vertrauen, eure Unterstützung und vor allem für euer Engagement
für den Berliner Tischtennissport!
Sportliche Grüße,
Michel Martensen
Präsident des Berliner Tisch-Tennis Verbandes e. V
